Mamma Mia Marschal

Mamma Mia Marschal

Antenne Düsseldorf à la Carte

Unsere Morgenfrau Tanja Marschal macht den Restaurant-Check und testet Restaurants auf Herz und Nieren. Wie es geschmeckt hat, erfahren Sie regelmäßig bei Antenne Düsseldorf - und das Fazit gibt es natürlich hier zum lesen und hören im Blog zu Mamma Mia Marschal.

Brasserie 1806 im Breidenbacher Hof - Preiskategorie III

Der macht schon Eindruck. Der prunkvolle Breidenbacher Hof. So opulent, aber trotzdem kein “Poser”. Am Abend eher geheimnisvoll. Toll, da habe ich heute Lust drauf. Und die Kollegin Claudia Monreal sowieso. Sie war morgens extra joggen und hat dann nur ein halbes Brötchen gegessen. Also ziehe ich schnell den Bauch ein. Es geht in die Brasserie „1806″ im Hotel die Treppe hoch. Ein herzlicher Empfang, ein Tisch mit Blick auf das Carsch-Haus durch die riesen Fensterfront und ein Glas Rosé-Champagner vorweg. Perfekt. - Ich gebe zu, ich habe etwas Angst vor dem Menu. Gang Nummer 2 beinhaltet nämlich Blutwurst. Und der Gedanke, mir die in den Mund zu schieben… Nein, das kann ich nicht. Am Besten jetzt noch gar nicht daran denken.

Das 4-Gang-Menu ist so aufgebaut, dass es vor jedem Gang noch einen “Shot” gibt. Macht dann acht Gänge. Sprich: Es gibt einen Appetizer, der den Gast auf den kommenden eigentlichen Gang geschmacklich einstimmt. Coole Idee, finde ich. Los geht’s also mit dem ersten Shot: „Westfälische Trüffel, Mousse von Stanley-Pflaumen”. Was ist das denn? Meine Güte, was ist das denn? Ich kann Ihnen leider nicht beschreiben, wie das geschmeckt hat. Das war so unglaublich gut. Ich kenne nichts Vergleichbares. Allein diese Pflaumen… Ich geb’s auf. Einfach ganz groß! Genauso wie der erste Gang “Gänseleberterrine mit Ananas und roh mariniertem Kaisergranat”. Unfassbar wie gut das schmeckt. Die Kollegin Monreal und ich benehmen uns ganz peinlich. Wie stöhnen richtig. Das hat fast was von “Harry und Sally”. Aber es geht nicht anders. Unglaublich! Wenn jetzt nur nicht der Gang mit der Blutwurst käme. Shot Nummer 2: “Champagner-Räucheraalsuppe mit geräucherter Flöns”. Die ist super. Fein, zart und gleichzeitig so schön rauchig. Toll. Aber auf dem Tellerchen liegt eben dieses Stück Blutwurst. Ich überlege kurz, ob ich es in Claudias Handtasche verschwinden lassen soll. Aber sie ist entsetzt, als ich sie frage und hat eine viel bessere Idee: Sie isst sie für mich. Wie einfach das doch manchmal sein kann. (Puh!) Also machen wir uns an das “Pochierte Kabeljaufilet mit geschmolzener Blutwurst, allerlei Bohnen und violetter Senfcreme”. Kann man nicht meckern. Schmeckt! Und die geschmolzene Blutwurst geht sogar auch. (Ich wette, da lecken sich viele die Finger nach… Nur ich eben nicht.) Nur die Bohnen sind teilweise etwas hart geraten, aber das passt schon.

Es ist an der Zeit, dass ich Ihnen jetzt den Löwen vorstelle. Der hat laut Sternzeichen “ein sonniges Naturell, ist natürlich und der Mittelpunkt in so manch einer Gesellschaft”. Auf Englisch heisst Löwe “Lion”. Das ist unsere Service-Kraft an diesem Abend: Lion Imhof. Und das ist er: Er ist so sonnig, hat alles im Griff und im Blick, so aufmerksam und freundlich. Einer von der Sorte: Och, mit dem könnte man nach Feierabend auch mal ein Bier trinken gehen. Aber jetzt macht er seinen Job erstmal super professionell. (Im Löwe-Sternzeichen steht auch noch: “Er ist ein anspruchsvoller und sehr leidenschaftlicher Liebhaber. Oha!) Wieder zum Essen:

Shot Nummer 3: “Hirsch-Bolognese mit Kartoffelschaum”. Wieder zum Reinlegen. Und die perfekte Vorbereitung für den “Hirschrücken „Rossini” auf Selleriepüree, Schalottenkompott und Brüsseler Blättern”. Sag mal, wie kocht denn der Michael Reinhardt? Ach stimmt, der hat einen Stern, ne? Wirklich fantastico! Und das Beste ist, wir sind überhaupt nicht vollgestopft. Perfekt die Portionen. Der Hirschrücken ist so granatenmäßig gebraten, die Sauce dazu ein Traum. Wir sind kurz davor, die Teller abzulecken. Aber es kommt ja noch der letzte Shot vor dem Dessert: „Quark-Keulchen auf Puder von kandierter Orangenschale” gefolgt vom “Topfensoufflé mit Physaliskompott, Kakaolikör-Gelee und Kaffir Limonenblätter-Eis”. Es tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, aber das ist alles so wahnsinnig lecker. Das Physaliskompott bringt mich um den Verstand. Meine Güte… Wir hören die Engel singen.

Wir können es wirklich kurz machen: Es war der absolut perfekte Abend! Es ist die höchste Preiskategorie, ja. Aber mehr als im Rahmen. Das Menu für 65 Euro. Mit Weinbegleitung und Mineralwasser 98 Euro. Und Sie werden es ahnen: Die Weine waren auch einfach himmlisch. Normalerweise mag ich es nicht, in Hotels zu essen. In dieser Brasserie fühle ich mich aber wie zuhause. Wirklich. Ich lege gleich die Füße hoch. Das ist natürlich gehobene Gastro, aber überhaupt nicht steif. Meine Fresse, war das gut. Ich bin restlos, restlos begeistert. Und die Kollegin Claudia Monreal? Auf facebook schrieb sie: “Danke, danke für diesen tollen Abend. Ich fühle mich rund, aber so glücklich.”

13. März 2010, Tanja Marschal

Weinhaus Tante Anna / Preiskategorie III

Als ich gelesen habe, was da alles auf den Teller kommt, da dachte ich, ich fall schon nach dem ersten Gang vollgestopft vom Stuhl. 18 verschiedene Speisen. Aber Entwarnung: Es ist ein Menü der kleinen Köstlichkeiten. Und das sind sie wirklich im Weinhaus Tante Anna. Seltsam, aber das Gasthaus im Herzen der Altstadt hat was beinahe Märchenhaftes. Ich will Ihnen keine Angst machen, aber die Phantasie ist mal wieder mit mir durchgegangen, als ich dort saß. Diese wunderschöne alte Einrichtung. Das Haus aus dem Jahr 1593. Meine Güte, ist das wunder-, wunderschön. Ich bin sprachlos. Man ist plötzlich in einer völlig anderen Welt. In vergangenen Zeiten. Und plötzlich war ich davon überzeugt: Alle, die hier rumrennen, vom Koch bis zum Kellner - das sind alles Geister! Ja! So muss es sein. Die sind alle gar nicht echt. Am Liebsten hätte ich unseren Service-Engel in den Arm gekniffen, als er mit dem Winzersekt an den Tisch kam. Aber ich glaube, das wär nicht so gut gekommen.

12. März 2010, Tanja Marschal

Klosterhof - Bistro im Maxhaus / Preiskategorie II

Ich bin dann mal weg. Obwohl: Ich glaube nicht, dass Hape Kerkeling
das alles auf seiner Pilgerreise gegessen hat. Das war nämlich ein
5-Gang-Jakobsweg-Menü, das ich da verspeist habe. Im Maxhaus, dem
ehemaligen Franziskaner Kloster am Maxplatz. Dort gibt es nämlich seit
neuestem auch ein Restaurant: Den Klosterhof. Und zur Tour de Menu
werden dort kulinarische Spezialitäten entland des Jakobsweges
aufgetischt.

8. März 2010, Tanja Marschal

Brand’s Jupp in Wittlaer / Preiskategorie I

Da waren der Kollege Dennis Lieske und ich aber ganz schön lange unterwegs vom Hafen aus. Das war eine richtige Tour de Rheinbahn zur Tour de Menu. Unser Ziel: Das Brand’s Jupp in Wittlaer, das ein österreichisches Tapas-Menu verspricht. Die haben dort immer ein bestimmtes Motto, sagte man mir, und dieses Mal eben unsere kulinarischen Nachbarn. Und schon mal vorweg: Die Tour dorthin hat sich mehr als gelohnt. Das Brand’s Jupp hat irgendwie was Verwunschenes. Sehr gemütlich. Ja, ich würde es fast “urig” nennen. Der Kollege Lieske und ich bekommen einen schönen, großen, runden Tisch am Fenster. (Wir sitzen uns also mit etwas Abstand gegenüber. Das hat bestimmt seine frisch gebackene Ehefrau  eingefädelt…)

6. März 2010, Tanja Marschal

Bénoa / Preiskategorie II

Weiter im Text. Oder Test. Es geht ins Bénoa nach Pempelfort. Falls Sie das noch nicht kennen - ich hoffe, ich sage nichts Falsches, wenn ich die Küche als Vietnamesisch-Französisch umschreibe. Was ich schon absolut cool finde, bevor es losgeht: Hier kann der Gast wählen wie er lustig ist. Also fünf Gänge oder vier Gänge mit Dessert. Völlig egal, ob ich bei den vier Gängen die Suppe weglasse, den Fisch oder was auch immer. Und: Man hat bei jedem Gang zwei Wahlmöglichkeiten. Das ist toll. Genauso wie die Weinbegleitung. Die gibt’s als 0,1 l-Glas oder 0,2 l. Und für die wirklich, wirklich guten Tropfen zu einem absolut fairen Preis. Meine Freundin und ich nehmen vier Gänge plus Dessert und vorne weg einen Winzersekt, der mich komplett aus den Socken haut. Das ist purer Erdbeer-Geschmack im Glas. Ein Riesling, der aber kaum Säure hat. Eine Wucht, würde meine Mama sagen. Toll!

3. März 2010, Tanja Marschal

El Pescador - Das Düsseldorfer Fischhaus / Preiskategorie I

Den Auftakt macht das El Pescador (google maps). Fast unglaublich, aber ich war noch nie zuvor dort. Das ist ja wie im Hafen, wenn man rein kommt. In der Kühltheke ein Meer von Fischen. Alles, was das Herz eines Fischliebhabers begehrt. Bin ich übrigens nicht wirklich in erster Linie. Ich brauche Fleisch! Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich es in Sachen Fischzubereiten gerade mal hinkriege, die Fischstäbchen nicht anbrennen zu lassen. Wie dem auch sei: Eine riesen Auswahl an Meeresgetier. Alles frischer als frisch. Das El Pescador ist jetzt nicht das, was ich als super stylisches Restaurant mit toller Einrichtung bezeichnen würde, aber manche Läden brauchen das auch gar nicht. Es ist einfach und freundlich und das macht es so gemütlich.

2. März 2010, Tanja Marschal

Das Warming-Up: Monkey’s South

Freitag geht’s los mit der Tour de Menu. Und da muss man sich ja schon mal warm essen. Am Besten im Süden (google maps). Wo ist Süden? Direkt neben Westen und gegenüber von Osten. Ich habe mir das Monkey’s South ausgesucht. Eben neben dem Monkey’s West und gegenüber vom Monkey’s East am GAP. Und was soll ich sagen? Es hat sich gefunden! Am Anfang gab es noch mediterranes Allerlei. Lecker, aber so ein richtiger roter Faden war nicht zu erkennen. Jetzt aber. Es geht in Richtung Italien, kann aber auch Exkurse machen, die dem Ganzen auch nur gut tun.

25. Februar 2010, Tanja Marschal

Türkisch mal anders - Güzel Voyage

Gibt es eigentlich ein türkisches Restaurant in der Stadt, hab ich mich gefragt?! Und tatsächlich: Die kann man an einer Hand abzählen. Nein, nicht hier die ganzen Imbiss-Buden, sondern wirklich was zum gemütlich Hinsetzen und ohne Döner und türkische Pizza. Sie können jetzt applaudieren, wenn Sie möchten: Ich habe nämlich was gefunden. Und was für eins. Das “Güzel Voyage” auf der Konkordiastraße in Bilk. Wenn Sie sich jetzt so eine schlichte Bude vorstellen, in der den ganzen Abend “Hadi Bakalim, kolay gelsin, bir acaip zor yaris” läuft (kenn ich noch aus meinem “Nach-dem-Abi-mit den-Mädels-noch-mal-einen-drauf-machen-Urlaub-in-der-Türkei 2001″), komplett falsch! Das ist fast schräg da, passt aber super. Ein kleiner Laden in geradlinigem Design. Modern - in warmes, rotes Licht getaucht, in dem Jazz, Lounge-Mucke und Musik aus den 20er und 30er Jahren läuft. Also nicht unbedingt das, was man so erwarten würde. Aber toll. Eine Dame, die bedient und vom Stil her auch im Altstadt-Brauhaus arbeiten könnte, nur dass sie extremst liebenswert daher kommt.

19. Februar 2010, Tanja Marschal

Das “Dim Sum” - oder warum man nicht immer Angst vorm Chinesen haben muss!

Es wird chinesisch heute. Und wie! Meine Güte, wer hätte das gedacht! Ich fang mal an. Die Kollegin Katrin Krause und ich wollten was richtig Authentisches. Eben echt chinesisch. Und als wir ankamen auf der Brunnenstraße in Bilk (Brunnenstraße 13, 40223 Düsseldorf google maps), beim “Dim Sum”, da habe ich gedacht: “Oh nein. Warum haben wir nichts beim Liefer-Service bestellt?” (Da schmeckt’s zwar meist sehr europäisch, aber ich habe schon alleine Spaß daran, dass die Sachen tatsächlich bei “Marschal” ankommen, obwohl auf der Rechnung ein undefinierbarer Name steht wie “Perzikesch”. Respekt!). Aber das nur am Rande. Da stehen wir also und mein erster Eindruck von weitem: “Katrin, das sieht aus wie ne abgeranzte Frittenbude!” Als wir aber näher kommen, sieht’s doch nicht mehr so schlimm aus, und wir sehen, dass die Bude rappelvoll ist. (Und sauber! :-) ) Bis auf den letzten Platz. Gut, ist jetzt auch nicht so riesig, aber trotzdem. Das muss einen Grund haben.

5. Februar 2010, Tanja Marschal

Ein Abend im Saittavini in Oberkassel

Es ging diesmal über die Brücke nach Oberkassel. Am Barbarossaplatz raus und ab ins Saittavini (Luegallee 79, 40545 Düsseldorf, 0211 577979-18, Google-Maps). Ein Italiener, der eigentlich ein Weinladen ist. Zumindest tagsüber. Und einer der schönsten. Da kann man sich mit wunderbaren Tropfen eindecken und die Antipastitheke leer räumen. Abends sitzt man dann an kleinen Tischen unter großen Kronleuchtern inmitten der Weinregale. Ein Traum. Wirklich atmosphärisch kaum zu überbieten.

22. Januar 2010, Tanja Marschal