Mamma Mia Marschal

Mamma Mia Marschal

Antenne Düsseldorf à la Carte

Unsere Morgenfrau Tanja Marschal macht den Restaurant-Check und testet Restaurants auf Herz und Nieren. Wie es geschmeckt hat, erfahren Sie regelmäßig bei Antenne Düsseldorf. Das Fazit gibt es natürlich hier zum Lesen und Hören im Blog zu Mamma Mia Marschal.

“Golf-Restaurant Grafenberg”

15. Test: “Golf-Restaurant Grafenberg”

Seufz. Es ist meiner letzter Tour de Menu-Test. Und was habe ich f├╝r ein riesen Gl├╝ck, dass ich die Testerei hier beenden darf. Im Golf-Restaurant Grafenberg. Das Wetter ist super und was gibt es da Sch├Âneres als drau├čen auf der gro├čen Terrasse zu sitzen, Gesicht in die Sonne halten, einen Aperitif trinken und den Ausblick genie├čen. Das Restaurant liegt n├Ąmlich im Grafenberger Wald mit Blick auf den Golfplatz und die Rennbahn. Unschlagbarer Ausblick. Einfach mal Augen schlie├čen und durchatmen.

Ich liebe das hier. In der K├╝che gab es ein paar Wechsel. Also bin ich gespannt, was mich nun hier erwartet.

Wir starten also mit der “Ouvert├╝re”: Surf and Turf ÔÇ×Wild style”. Fisch und Fleisch also. Ich m├Âchte Ihnen hier gar nicht zu viel verraten. Nur so viel: Zum Fleisch gibt es eine Schnittlauch-Vinaigrette, die Ihnen die Geschmacksknospen wegbl├Ąst. Der Wahnsinn. Ich w├Ąre am Liebsten in die K├╝che gerannt, um mir die Suppenkelle vom Haken zu nehmen und dann damit in die Vinaigrette eintauchen. Applaus! Meine Freundin und ich k├Ânnen den zweiten Akt kaum erwarten. Der kommt als “Pas de deux” daher: “Mousse vom Lachs und Seeteufel an Wasabi-Risotto mit Texturen von Rote Beete”.

Ja, Mensch. Wo soll das denn hier noch hinf├╝hren? Wir sind begeistert! Lachs und Seeteufel haben so ein feines Aroma. Das Wasabi-Risotto ist der Oberhammer. Ich mag diese ganz spezielle Sch├Ąrfe, die hier super dosiert ist. Nicht zu viel, dass einem die Tr├Ąnen in die Augen schie├čen und die Nase pl├Âtzlich ganz frei wird, aber doch genug, dass es Wumms hat. Super. Die Rote Beete gibt einen sch├Ânen erdigen und milden Geschmack dazu. Und der Wei├čwein, den wir dazu trinken, ist einfach nur galaktisch. Was ├╝brigens auch f├╝r den Service hier gilt. Schwer zu toppen. Das f├╝hlt sich hier an wie im Paradies.

Zeit f├╝r ein “Intermezzo”: “Granatapfelsorbet mit Ausz├╝gen der Minze”. Was f├╝r eine tolle Idee. Granatapfelsorbet. Habe ich, glaube ich, noch nirgends im Restaurant gegessen. Nachdem meine Freundin und ich uns den ersten L├Âffel in den Mund geschoben haben, blicken wir uns ungl├Ąubig an. Ich sage: “Dieser Geschmack! Das ist totale Kindheitserinnerung!” Sie: “Jaaaaaa! Krass! Geht mir auch so. Ich sehe mich gerade als kleines M├Ądchen auf der Stra├če stehen, in der wir zuerst gewohnt haben! Was ist das?” Wir kommen nicht drauf. Aber es schmeckt so vertraut und gleichzeitig so aufregend. Wir sind ganz durcheinander und einfach nur gl├╝cklich.

Solange es noch hell ist - raus auf die Terrasse. Wir machen eine kleine Pause, um diesen tollen Ausblick und die nach Fr├╝hling riechende Luft zu genie├čen. Was ein wundersch├Ânes Fleckchen hier. Habe ich schon vom Service geschw├Ąrmt? Kann man gar nicht oft genug machen.

Wir kommen zum “1. Akt”: “Mariniertes Filet vom Simmentaler Weideochsen im Weckglas serviert mit Pastinakenrahmp├╝ree und 8 Gem├╝sen”. Allein f├╝r die Optik gibt es schon 12 Punkte f├╝r Germany bzw. f├╝r das Golfrestaurant. Ein Filet im Weckglas. Wie soll das gehen? Das geht! Und wie das geht. Sch├Ân auf P├╝ree gebettet. Es schmeckt einfach nur sensationell. Der Rotwein dazu… Ach Kinders, was ein traumhafter Abschluss f├╝r meinen Tour de Menu-Marathon.

Auch wenn ich gleich platze - das “Finale” darf ich nicht verpassen: “Variationen von wei├čer und dunkler Schokolade mit Aromen vom wei├čen Pfirsich, Aprikosen und Chili”. Auch hier k├Ânnen wir beide nur sagen: Gro├čartig! Und wenn Sie immer noch k├Ânnen, dann genie├čen sich auch noch den “Epilog”: “Fromagerie Antony”. Toller K├Ąse, der dann wirklich keine W├╝nsche mehr offen l├Ąsst.

Fazit: Es war ein mehr als kr├Ânender Abschluss meiner pers├Ânlichen Tour. Das Menu, die Weine, der Service, die Gastgeberin, der Ausblick… Einfach nur der perfekte Abend! 1000 Dank. Ich wei├č schon, wo ich am Wochenende brunchen werde…

2. April 2014,

“Agave”

14. Test: “Agave”

Heute geht’s zu einem Newcomer. Also nicht direkt, aber die “Agave” in der N├Ąhe des Hafens ist zumindest zum ersten Mal bei der Tour de Menu dabei. Hier kommt moderne italienische K├╝che auf die Teller. Ein echt gem├╝tlicher Laden. Ganz sch├Ân wuselig heute, weil es ziemlich voll ist. Und das ist ja in der Regel ein gutes Zeichen. Die Begr├╝├čung ist so herzlich, dass man das Gef├╝hl haben k├Ânnte, hier Stammgast zu sein. Mal sehen, ob wir es werden…

Gang Nummer 1: “Cappuccino von Aubergine mit ger├Âsteten Steinpilzen”. Man k├Ânnte auch “Suppe” dazu sagen :-) Eine sehr gehaltvolle ├╝brigens, die vielleicht auf den ersten Blick farblich nicht ganz so sexy aussieht. Was an der Aubergine an sich liegt bzw. an ihrem Inneren, aber lassen Sie sich davon nicht t├Ąuschen. Dieser “Cappuccino” schmeckt ganz fantastisch. Und wie meine Freundin meint: “Nach Liebe!” Das stimmt. Liebe schmeckt man und die ist definitiv bei der Zubereitung durch die H├Ąnde des Kochs gestr├Âmt. Toll auch dieses Steinpilzaroma. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht zu viel davon esse, es kommt n├Ąmlich noch eine ganze Batterie.

Mir f├Ąllt auf, dass sie in der “Agave” wirklich sehr nah am Gast sind. Sehr aufmerksam, sehr freundlich. Ohne gro├čes Aufsehen wird da fast unbemerkt nachgeschenkt. Man kann sich einfach fallen lassen. Das mache ich jetzt mit meiner Nase in die “D├╝nnen Kalbsfleischscheiben an einer feinen Thunfischsauce mit frischem Tr├╝ffel”. Wenn Sie jetzt sagen: “Ah, Vitello Tonnato!” Ja, ja, schon, aber viel besser! Die Sauce ist in der Tat ganz fein, nicht zu m├Ąchtig. Was ihr aber so richtig den Kick gibt, ist nat├╝rlich der Tr├╝ffel. Kein 0815-Tr├╝ffel├Âl, sondern frisch gehobelt. Meine Freundin und ich sind uns einig, dass wir davon einen riesengro├čen Teller essen k├Ânnten, aber es muss ja noch Platz bleiben. Schade.

Wenn Sie gerne Wein trinken, sind Sie hier ├╝brigens auch richtig. Richtig tolle Tropfen.

Der n├Ąchste Gang ist der Hammer! “Schwarzes Risotto mit gebratenen Jakobsmuscheln in Safransauce”. Bevor ich in den Genuss komme, muss ich allerdings erst einmal laut lachen. Meine Freundin schiebt sich n├Ąmlich den ersten Bissen Risotto rein und grinst mich danach mit schwarzen Lippen an. Alles voller Tintenfischtinte. Gro├čartig! Nee, jetzt bekommen Sie mal keine Angst, dass Sie den Rest des Abends so aussehen, als h├Ątten Sie unter Tage gearbeitet. Ein Schluck Wasser (oder Wei├čwein…) und das ist alles wieder weg. Wir fragen uns nur, ob die die Tinte auch wieder aus den Servietten raus kriegen? Was aber viel wichtiger ist: Es schmeckt einfach nur gro├čartig!!!! Farblich auch ein absoluter Hingucker. Das Schwarze, die gelbliche Safransauce und dann die Jakobsmuscheln dazu. F├╝r mich ist das der absolut perfekte Anblick. Als ich den Teller n├Ąmlich komplett (!) leer geputzt habe, sieht es aus als h├Ątte ich ein Rendevouz mit Borussia Dortmund gehabt. Und weil das f├╝r mich Adrenalin bedeutet, bin ich froh, dass wir jetzt mit einem himmlischen “Champagner-Sorbet” herunter gek├╝hlt werden.

Meine Freundin entscheidet sich beim Hauptgang f├╝r den Fisch: “Filet vom St. Peterfisch auf einem Bett von feinem Gem├╝se an Hummersauce”. Ihr Fazit: “Genial!” F├╝r mich gibt es “Tagliata vom Rind mit getr├╝ffeltem Kartoffelp├╝ree und gr├╝nem Spargel an Barolosauce”. Auch das ist einfach nur sehr, sehr lecker. Das Kartoffelp├╝ree h├Ątte ich jetzt nicht mehr gebraucht, weil ich sooo satt bin, aber um mich herum haben es alle mit gl├╝cklichen Gesichtern leer gefegt. Ich bin begeistert. Wirklich eine ganz tolle K├╝che hier. Da wird man wohl wirklich zum Stammgast…

Das Dessert noch: “Mango-Panna cotta auf Kiwi-Carpaccio an einer fruchtigen Sauce”. Auch super. So sch├Ân cremig und gleichzeitig so erfrischend. Der Preis f├╝r das Men├╝ ist auch unschlagbar. 38,90 Euro. Die h├Ątte ich schon allein f├╝r die Kalbsfleischscheiben und das Risotto bezahlt.

31. März 2014,

ÔÇ×[a]dress kitchen & barÔÇť

13. Test: ÔÇ×[a]dress kitchen & barÔÇť

Gehen Sie mal mit einem schwulen Freund in ein Fashion-Hotel… Meine G├╝te, der hat sich ja gar nicht mehr beruhigen k├Ânnen. Da sprach Begeisterung aus den Augen. Wir waren in der [a]dress kitchen & bar im Hotel Indigo. Oft ist es ja so, dass Hotelrestaurants sp├Ąrlich besucht sind. Gerade am Wochenende, wenn es viele dann doch eher in die Altstadt zieht. Hier brummt der Laden aber, was ein ziemlich gutes Zeichen ist. Und es wundert uns nicht, weil die Atmosph├Ąre super ist, der Raum mit der Bar toll aussieht und der Hinterhofgarten einem das Gef├╝hl gibt, irgendwie im Urlaub zu sein.
Der Blick auf das Men├╝ verr├Ąt: Hier hat sich das K├╝chenteam Gedanken gemacht, wie man Essen und die Umgebung verbinden kann. Das klingt nach rheinischen Gerichten, die auf den Laufsteg geschickt wurden. Das Motto: ÔÇ×fashion meets tasteÔÇť.
Wir starten also mit dem, was als ÔÇ×[ajour chiffon]┬ęÔÇť angek├╝ndigt wird. Die Erkl├Ąrung gibt es gleich dazu: ÔÇ×Ein hauchzartes, durchsichtiges Gewebe mit Durchbrucheffekten und schleierartiger Optik symbolisiert das CarpaccioÔÇť. Ja, holla!
Und es ist wirklich hauchzart, dieses ÔÇ×Carpaccio vom Kasseler mit Boltenmarinade und krossem SenfkrautÔÇť. Ich bin nicht so der Schweinefleischtyp, aber das hier ist super. Ganz wunderbarer Geschmack. Die Marinade dazu ist brillant. Am Coolsten finde ich aber das krosse Senfkraut. Eine super Kombination. Wie wir sp├Ąter sehen, hat hier eine K├ÂchIN das Sagen. Und das finde ich noch toller. Man sieht sie viel zu selten, die Frauen in den guten K├╝chen der Stadt.
Dar├╝ber freue ich mich sehr, zumal sie und ihr Team uns jetzt mit einem ÔÇ×[tweed coat]┬ęÔÇť verzaubern. Die Idee dahinter: ÔÇ×Die Zwiebel-Senfkruste verk├Ârpert das grobe Gewebe und die Eigenschaft eines Tweed-MantelsÔÇť. Im Klartext hei├čt das, wir bekommen als Hauptgang: ÔÇ×Rindertournedos / Zwiebel-Senfhaube / Schalottenjus / Blumenkohl / Serviettenkn├ÂdelÔÇť. Der Rheinl├Ąnder w├╝rde sagen: ÔÇ×Ach so, ein D├╝sseldorfer Senfrostbraten!ÔÇť Stimmt. Aber was f├╝r einer!!! Wir beide sind uns einig, dass der fantastisch ist. Mein Freund meint: ÔÇ×Also das habe ich selten, dass ich das Gef├╝hl habe, mit dem Messer durch das Fleisch zu rutschen!ÔÇť Es ist einfach nur ein riesen Genuss. Ich liebe Senfrostbraten. Und in dieser Version war das wirklich sehr, sehr, sehr lecker.
Der Service hier ist ├╝brigens auch ganz gro├č! Tolle Getr├Ąnkeempfehlungen, super aufmerksam, immer pr├Ąsent. Die machen hier ├╝brigens auch echt tolle Cocktails!
Ach so, wir h├Ątten auch Fisch w├Ąhlen k├Ânnen, waren aber beide in Fleischlaune. Das w├Ąre die Alternative: ÔÇ×[troyer]┬ęÔÇť: ÔÇ×Jener urspr├╝ngliche Fischerpulli inspirierte uns zu diesem GerichtÔÇť, welches da w├Ąre: ÔÇ×Krustenbraten vom Zanderfilet / Wirsingmantel / Chili / Paprika / Knoblauch / RisottoÔÇť. Klingt nicht weniger verf├╝hrerisch!
Das Dessert ist der Knaller. Wie gesagt, das Auge isst hier mit und da ist der Name jetzt Programm: ÔÇ×[chapeau!]┬ęÔÇť: ÔÇ×Die Form und Struktur erinnert an einen HutÔÇť. Ja, das sieht wirklich aus wie ein Hut. Und zwar wie einer, mit dem Claudia Schiffer damals gelaufen w├Ąre. Es gibt: ÔÇ× Nougat / Orangen / Wei├če schokolade / BaumkuchenÔÇť. Schmeckt himmlisch und ist vor allem nicht so m├Ąchtig.
Das war richtig sch├Ân. Fashion und ziemlich guter Geschmack auf den Tellern. Riesen Lob an die K├╝che. Tolle Idee. Ich denke, hier werde ich demn├Ąchst auch einfach mal auf einen Cocktail vorbei schauen. Merci!

30. März 2014,

“Pigage”

12. Test: “Pigage”

Bitte erheben Sie sich. Wir sind hier schlie├člich im Schlo├č. Na gut, fast. Aber wir sind unweit vom Schlo├č Benrath heute im “Pigage”. Und ich kann es schon vorweg nehmen: Das ist eine riesen ├ťberraschung hier f├╝r mich und es schmeckt k├Âniglich. Ich bin zum ersten Mal im “Pigage” und zun├Ąchst denke ich: “Ach, ein klassischer Italiener. Sch├Ân.” Dass dann mit dem Tour-Men├╝ aber so ein absoluter Kracher auf den Tisch kommt - das h├Ątte ich nicht vermutet. Der Gru├č aus der K├╝che l├Ąsst schon vermuten, dass das gar kein schlechter Abend werden kann: “Rote Beete-Carpaccio mit Orangenfilets, Granatapfeldressing”. Ich mag diesen erdigen Touch von Roter Beete, die hier im Dressing einen guten Freund gefunden hat, und die Orange gibt dem ganzen noch einen Extrakick. Sehr leicht, sehr sch├Ân. So richtig los geht’s dann mit dem “Hausgebeizten Lachs mit Reibek├╝chlein und Mascarpone-Feigen-Creme”. Was zun├Ąchst vielleicht wie ein etwas in Vergessenheit geratener Klassiker klingt, ist die erste gro├če ├ťberraschung des Abends. Der Lachs schmeckt fantastisch. Die Reibek├╝chlein sind mit die leckersten, die je ihren Weg in meinen Bauch gefunden haben. Manchmal triefen die ja vor Fett, hier nicht. Und die Creme dazu. Wer sich das ausgedacht hat, bekommt einen Orden von mir. Wer ├╝brigens von italienischer Gastlichkeit spricht, muss das “Pigage” gemeint haben. Der gesamte Service ist toll. Und diese kleine, quirlige Italienerin, die uns jetzt mit “Radicchio in der Cannelloni auf Spinatbett” verw├Âhnt, ist zum “in-den-Arm-nehmen”. Dieser Gang ist genauso toll. Ich habe das Gef├╝hl, eine kleine vegetarische Lasagne mit K├Ąse zu essen. Falls das f├╝r Sie komisch klingt, das war gro├čartig. Die Konsistenz, der Geschmack… Ach so, der Gavi dazu ist auch spitze. Sch├Âner Wein. Wollen Sie mich endlich mal wieder meckern h├Âren? Dann muss ich Sie leider entt├Ąuschen. Das Niveau bei der Tour ist eh sehr hoch. Da geht’s dann oft nur um Nuancen, die nicht passen oder nicht schmecken. Hier gibt es aber rein gar nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil. Das “Filet vom St. Peterfisch auf Spargelrisotto” ist eine Wucht. So fein im Geschmack. Der Fisch auf der Haut gebraten ist wie Butter und aromatisch bis zum Gehtnichtmehr. Spargelrisotto ist eigentlich nichts, was mich vom Hocker rei├čt, aber das hier tut es. Ich hatte erst ein bisschen Angst, weil es sechs G├Ąnge gibt. Ich bin n├Ąmlich durch das st├Ąndige Essen irgendwie schon immer vorher satt. Aber die Portionen sind perfekt, so dass man sie auch richtig genie├čen kann. Nach dem Fisch kommt Fleisch: “Kalbsschnitzel gef├╝llt mit Toma-K├Ąse und Prosciutto cotto, Pestognocchi und glasierte junge M├Âhren”. Pestognocchi - klingt erstmal nicht soooo spannend, waren sie aber. Hut ab, was man aus einfachen Pestognocchi machen kann! Das Schnitzel ist auch einfach super. Was soll man dazu noch sagen? Und den Rotwein m├╝ssen Sie auch unbedingt dazu probieren. Kaum Tannine, ganz sanft. Passt perfekt. Ist noch Platz f├╝r was S├╝├čes? Immer! “Tonkabohnen-Mousse auf Espressospiegel”. An der Tonkabohne probieren sich viele aus - in diesem Fall muss man sagen: Gelungen! Sehr sogar. Wie gesagt, ich war das erste Mal im “Pigage” und es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Das war echt ein Knaller-Men├╝ mit wunderbar herzlichem Service und tollen Weinen. Bis bald!

28. März 2014,

“La Piazzetta di Positano”

11. Test: “La Piazzetta di Positano”

Heute geht’s schon wieder zum Italiener. Ich habe da ja gerade einen richtigen Lauf… Bin aber nicht allein heute. Michael Naseband begleitet mich. Den kennt man aus dem Fernsehen: K11 - Kommissare im Einsatz. Als er in die Piazzetta di Positano kommt, muss ich erst einmal schlucken. Was ein Kerl von einem Mann. Gef├╝hlt sieben Meter gr├Â├čer als ich. (Aber das ist auch nicht schwer bei meinen 1,53 …) Cooler Typ auf den ersten Blick. Jetzt wei├č man ja nie, wie sich so ein Abend entwickelt. Stimmt die Chemie? Hat man sich was zu sagen? Nur so viel: Es war ein sehr, sehr, sehr langer Abend und nach genau zwei Minuten war klar: Das passt mit uns beiden. Ich wei├č gar nicht, wie viele Geschichten wir uns erz├Ąhlt haben. H├Ątten dabei fast vergessen zu essen und dabei war das doch so lecker. Es ging n├Ąmlich los mit “Black Tiger Garnelen auf Balsamico-Castelluccio-Linsen”.

Jetzt sind Linsen nicht unbedingt mein Leibgericht, aber hier muss ich sagen: Das passte super. Die Linsen sch├Ân knackig, genau richtig. Und die Garnelen einfach nur ein Traum. Das war eine sehr sch├Âne Kombi, die Michael Naseband auch ratzfatz verputzt. Wir sind uns einig: Toller Einstieg. Beim Rotwein sind wir uns auch einig, dass der ganz wunderbar ist. Passt auch super zum n├Ąchsten Gang: “Hausgemachte Pasta mit Kaninchenragout”. Kaninchen habe ich ewig nicht mehr auf den Speisekarten dieser Stadt gesehen. Ich gebe zu, ich stehe sehr drauf, wenn ich erst den Gedanken an meinen “Moppel” verdr├Ąngt habe, den ich mal als Kind hatte…

Es schmeckt super. Die Pasta ist toll. Bissfest wie sie sein soll und das Ragout in dieser sch├Ânen Sauce - sehr lecker. Macht mich gl├╝cklich! Genauso wie der Service. Der ist einfach nur traumhaft und liest uns jeden Wunsch von den Augen ab. Und meckert auch nicht mit uns, obwohl wir ziemlich laut sind. Meine G├╝te, wir haben uns echt viel zu erz├Ąhlen. Vielleicht liegt es auch ein bisschen an dem Wein. Aber gut, man muss auch einfach mal richtig genie├čen. Was das Stichwort f├╝r den Hauptgang ist: “Geschmorte B├Ąckchen vom toskanischen Chianina-Kalb an kr├Ąftiger Rotweinsauce auf Spitzkohl-Parmesan-Kartoffelp├╝ree”. Mein lieber Mann, das ist toll! Die B├Ąckchen zerfallen, die Sauce ist zum Tellerablecken und obwohl ich Kartoffelp├╝ree schon lange nicht mehr sehen kann: Dieses hier ist super. Michael ist ebenso restlos begeistert. Da bleibt kein Tropfen mehr auf dem Teller. Ich muss noch mal gucken, was das Men├╝ eigentlich kostet. 35 Euro? Hey, das ist aber mal echt ein Hammerpreis f├╝r das Essen. Zu dessen Abschluss nat├╝rlich noch das Dessert fehlt: “Cr├Ęme br├╗l├ęe al caff├Ę mit Fr├╝chten”. Oh, wie sie knackt, die Cr├Ęme br├╗l├ęe. F├╝hle mich ein wenig wie Amelie im Film “In der Welt der Amelie”. Einfach nur lecker. Kann man dazu noch ein Glas Wein trinken? Wir beschlie├čen: Kann man. Das war echt ein ganz toller Abend. Super Men├╝, nette Atmosph├Ąre und Begleitung, toller Service. Vielen Dank!

28. März 2014,

“Gatto Verde”

10. Test: “Gatto Verde”

Es wird italienisch. Und wie. Letztens habe ich geh├Ârt: ÔÇ×Ich k├Ąme nie auf die Idee, am Unterrather S-Bahnhof essen zu gehen.ÔÇť Tja, sollten Sie aber. Das ÔÇ×Gatto VerdeÔÇť ist n├Ąmlich jede Reise wert! Und Restaurants, die sich ├╝ber zehn Jahre halten ÔÇô das ist gar nicht mal so einfach. Da muss schon was Gutes dahinter stecken. Wir starten heute mit ÔÇ×In Limettensaft marinierten Thunfischscheiben auf Rucola-Spargelbett mit CrostiniÔÇť. Das klingt nicht nur nach einem super Auftakt, das ist es auch. Meiner Freundin hat das ein bisschen zu viel Limettengeschmack, f├╝r mich passt es. Zumal es sehr erfrischt. Der Thunfisch ist 1A und selbst die Crostini k├Ânnen richtig was. Was hinzu kommt ist, dass man sich hier wie zuhause f├╝hlt. Sehr viel Herz im Service, fast famili├Ąr. Und der Service ist einfach fantastisch.
Ich habe heute richtig Lust auf Pasta. Die kommt jetzt in Form von ÔÇ×Hausgemachten Ravioli mit Waln├╝ssen in Buttersud und leichtem Fr├╝hlingsgem├╝seÔÇť. Die sind eine Wucht. Waln├╝sse k├Ânnen manchmal was kaputt machen, wenn sie zu dominant sind. Das ist hier aber ganz und gar nicht der Fall. Da erg├Ąnzt sich alles an Aromen auf dem Teller und im Mund. Dieses buttrige auch dazu. Herrlich. Super Gang. Apropos ÔÇô die Weine nicht entgehen lassen! Tolle italienische Tropfen, die (leider) Lust auf mehr machen.
Wir sind beide heute fischig unterwegs und so wird es f├╝r uns das
ÔÇ×Steinbuttfilet auf Estragonrisotto an pikantem Kirschtomaten-Fondue und Knoblauch-GambasÔÇť. Die fleischige Variante klingt auch toll: ÔÇ×Perlhuhnbrust auf Lauchgem├╝se mit Grappaschaumsauce, Moscatotrauben und PolentaschnitteÔÇť, aber das w├Ąre mir heute einfach zu viel. Dieser Hauptgang ist aber einfach nur fantastisch. Estragonrisotto ÔÇô wie geil ist das denn!?! H├Ątte ich mich rein legen k├Ânnen. Sch├Ân schlonzig und dieser Geschmack ist einfach einmalig. Der Steinbutt zerf├Ąllt und hat ein Aroma… Himmlisch. Die Gambas… Ach, einfach der perfekte Genuss. Da sind wir uns beide einig. Toll.
Es gibt ja so Tage, da ist man einfach schneller satt. Heute ist so einer f├╝r mich und so ├╝berlege ich ernsthaft, auf das Dessert zu verzichten, aber hey…, was f├╝r eine Schnapsidee. Dessert geht doch immer. Und was da jetzt kommt, klingt schon so verf├╝hrerisch: ÔÇ×Orangen-Schokoladen-Mousse und Lavendeleis mit Edelfr├╝chten auf FruchtspiegelÔÇť. Nat├╝rlich selbstgemacht. Ganz toll! Ich liebe Lavendel. Den Duft, den Geschmack. Es darf nur nicht zu kr├Ąftig sein. Ist es nicht. Ganz fein. Wow. Super Eis. Die Mousse findet auch genau die richtige Balance zwischen Schoko und Orange und sie zergeht auf der Zunge. Meine Freundin versucht noch, mir was vom Teller zu klauen, aber nix da! Ich finde, es ist ein ganz tolles Men├╝ zum Tour-Geburtstag geworden. Preislich super mit 39,50 Euro. Und die Weinbegleitung zum Geburtstagspreis von 15 Euro ist auch ein absolutes Muss! Das ÔÇ×Gatto VerdeÔÇť war mal wieder super!

27. März 2014,

“Saltimbocca”

9. Test: “Saltimbocca”

Das “Saltimbocca” in Gerresheim ist schon ein Klassiker. Ich wei├č gar nicht, wie oft die schon die Tour gewonnen haben. Und ja, das ruft Neider auf den Plan, aber was willste machen, wenn’s einfach verdammt gut schmeckt?! Der Kollege Dennis Lieske war letzte Woche dort und meinte nur am n├Ąchsten Morgen: “Tanja, das ist unfassbar geil, was die da machen!” Jetzt war ich da und tja, stimmt. Italienische K├╝che vom Allerfeinsten.

Ein Men├╝, das von vorne bis hinten einfach nur ganz gro├če Klasse ist. Das geht bei der Vorspeise schon los: “Entenbrust auf Feld- und Fris├ęe-Salat mit Birnen, Himbeeressig und Walnusskernen”. Die Ente ist ein Genuss und wie diese Himbeernote dazu passt - einfach wie f├╝r einander geschaffen. Es ist auch ein ganz leichtes Gericht. Perfekt f├╝r den Auftakt. Und vor allem macht es Lust auf mehr.

Ich war schon einige Male im “Saltimbocca” und da gab’s ab und zu einen gigantischen Pasta-Gang, der mich jedes Mal auf’s Neue restlos begeistert hat. Dieses Mal trifft sich mein Favorit mit einem Neuzugang: “Dialog von Ravioli, gef├╝llt mit frischen Feigen und Parmaschinken in einer Orangen-Ingwer-Sauce und Tortelli, gef├╝llt mit Wildschwein in einer Fenchel-Kirschtomatensauce”. Da muss ich fast weinen. Mein Favorit ist der mit der Orangen-Ingwer-Sauce, der bekommt jetzt aber echte Konkurrenz von der Wildschwein-Variante. Meine G├╝te, was hauen die hier f├╝r Saucen raus? Es ist unfassbar. Da bin ich auch komplett auf der Seite vom Kollegen Dennis Lieske, der meint: “Die machen dort einfach die allerbesten Saucen!” Ja! Diese Sauce hier auch wieder mit wildem Fenchel… Wow. Und die Pasta an sich: Genuss pur!

Eigentlich bin ich jetzt schon der gl├╝cklichste Mensch, aber das Ende ist noch lange nicht in Sicht. Es geht an den Fisch:

“Trilogie von Edelfischen in einer Limetten-Creme-Sauce, dazu Wildreis mit frischen Safranfedern aus dem Iran.” Habe ich schon erw├Ąhnt, dass die hier die besten Saucen machen? Normalerweise mache ich das nicht. Und schon gar nicht im Restaurant, aber ich habe mit dem Brot alles vom Teller gewischt. Kein Tropfen mehr ├╝brig. Und der Fisch ist auch eine kleine Sensation. Wo soll das noch hin f├╝hren? Falls Sie noch nie im “Saltimbocca” waren - Chef Enrico ist auch einfach ein Unikat. Sein und Robertos Service grandios. Und was Enricos Bruder Mario da in der K├╝che zaubert, ist wirklich nicht zu fassen.

Gut dass jetzt das “Sorbetto - eine Spezialit├Ąt aus Venedig -” kommt, um mich runter zu k├╝hlen. Sehr lecker! Kurze Pause und ran an den Hauptgang: “Kalbsfilet ÔÇ×Principe di Savoya” mit Kartoffeln und Gem├╝se der Saison - eine italienische Spezialit├Ąt aus dem 19. Jahrhundert -”. Ach ja, auch das einfach nur verdammt lecker. Und Sie wissen, die Sauce… Ja, ich schw├Ąrme ganz sch├Ân viel, aber wenn es nun einmal so ist… Ich bin da ├╝brigens nicht die Einzige. Der gesamte Laden ist restlos begeistert.

Fehlt nur noch das Dessert: “Komposition aus Kastanieneis und Schokoladenmousse mit Erdbeer-Kaviar”. Lecko mio, was eine Kalorienbombe und es ist mir sowas von egal. Die macht n├Ąmlich s├╝chtig. Oh, war das gut.

Ich kann es Ihnen wirklich nur ans Herz legen, zur Tour ins “Saltimbocca” zu gehen. Sie werden es nicht bereuen. Das ist einfach auch in diesem Jahr ganz, ganz gro├čes Kino f├╝r 43,50 Euro.

19. März 2014,

“Esszimmer im Landhotel”

8. Test: “Esszimmer im Landhotel”

Die Kollegin Sandy Droste und ich waren im ersten Haus D├╝sseldorfs. Zumindest wenn man von Osten kommt. Wenn ich das geographisch richtig auf’m Schirm habe… Das Esszimmer im Landhotel ÔÇ×Am Zault” in Unterbach. Heute wird’s vom Men├╝ her etwas l├Ąndlicher. Obwohl… Sagen wir besser bodenst├Ąndiger - “aber mit Pfiff”, w├╝rde meine Mutter sagen. Echt sch├Âner Raum. Wirklich was man sich unter Esszimmer vorstellt. Gem├╝tlich und ein bisschen rustikal zum Wohlf├╝hlen. Dazu passt dann auch perfekt das, was wir vorweg bekommen. Leckeres Brot mit einer richtig guten Salami und Gew├╝rzgurken. Klingt vielleicht f├╝r Sie nicht so spannend, aber das fand ich richtig cool. Hatte was von Abendbrot zuhause und bewirkt eben, dass man sich gleich wohl f├╝hlt. Und es zeigt, wohin die Reise geht. Uns erwartet ein 4-G├Ąnge-Menu, dass mit “Scheiben vom Anis-gebeizten Lachs, Gurken-Brunoise und gezupften Gartenkr├Ąutern” beginnt. Das ist echt eine sehr sch├Âne Kombi. Der Lachs hat eine super Konsistenz, die Anis-Note mit den knackigen Gurken - sehr gut! Auch die Kr├Ąuterauswahl passte. Einzig die Currysauce dazu h├Ątte unseretwegen nicht sein m├╝ssen. Die war zwar lecker, hat den tollen Lachsgeschmack aber platt gemacht. Ohne das Dressing w├Ąr’s perfekt gewesen, weil auch der blumige Wei├čwein noch einen Kick dazu gegeben hat. Aber das ist dann echt “meckern” auf hohem Niveau.

Der Service hier ist ├╝brigens super und - was den Hausherren angeht- mit einem gewissen Charme, der einen immer wieder schmunzeln l├Ąsst. Ich muss jetzt schon wieder grinsen.

Als n├Ąchstes kommt ein “Pochiertes Bio-Ei in Butterschaum, getr├╝ffelter Blattspinat”. Das ist ganz fantastisch, da sind wir uns beide einig. Das Ei schmeckt wie ein Ei schmecken sollte. Klingt selbstverst├Ąndlich, aber ist es ja tats├Ąchlich nicht. Der Spinat ist super. Sch├Ânes Tr├╝ffelaroma, aber nicht zu stark, und in der Kombi mit dem Bio-Ei einfach drei Komponenten, die wie f├╝r einander gemacht sind. Das letzte Mal, dass ich das gegessen habe, war bei einem Sternekoch. Und ich muss ehrlich sagen: Hier war es besser!

Jetzt stehe ich nicht so sehr auf Ente. Daf├╝r kann die Ente nat├╝rlich nichts. Sie kommt aber jetzt als Hauptgang daher: “Heide-Entenbrust mit Rotweinschalotten, Kartoffelpl├Ątzchen”.

Sandy ist begeistert. Sie steht n├Ąmlich sehr auf das Tier. Und da gibt es auch nichts zu meckern. Perfekt gebraten die Ente, die Rotweinschalotten haben ein tolles Aroma und die Kartoffelpl├Ątzchen schmecken richtig nach Heimat. Ein “ganz einfaches” Gericht im Prinzip, was bodenst├Ąndiges. Und das tut echt gut.

Mein Favorit ist dann r├╝ckblickend das Dessert: “Armer Ritter nach unserer Art”. Und diese Art ist richtig geil. Wow. Lassen Sie sich da ├╝berraschen, was hinter dem armen Ritter steckt. Wenn Sie die R├╝stung ├Âffnen, wird es auf jeden Fall ganz fantastisch. Das war eines der besten Desserts bei der Tour bisher!

Preislich kann man schon gar nicht meckern. Das Menu gibt es f├╝r 35 Euro. Und dazu auch noch die g├╝nstige 15 Jahre ÔÇ×Tour”-Geburtstagsweinbegleitung f├╝r eben 15 Euro. Echt mal was anderes.

19. März 2014,

“Fehrenbach”

7. Test: “Fehrenbach”

Heute kann ich Ihnen gleich zwei Men├╝s pr├Ąsentieren! Ich war n├Ąmlich mit der Kollegin Julia Vorpahl im “Fehrenbach”. Sie ist Vegetarierin und freut sich wie bekloppt, weil hier auch eine vegetarische Variante des Menus angeboten wird. Das Coole ist hier ├╝brigens, dass Sie auch mal alleine essen gehen k├Ânnen, ohne sich einsam zu f├╝hlen. Sie k├Ânnen n├Ąmlich einen Tisch an der “Kontakttafel” reservieren. Dort sitzen Sie dann mit Fremden zusammen, die im besten Fall zu Freunden werden. Wir machen es aber klassisch heute und haben einen Tisch f├╝r uns. Ich sollte vielleicht vorweg nehmen, dass die Kollegin Julia noch nie wirklich “so richtig schick” essen war. Deswegen gleich zu Beginn mein Lieblingsspruch des Abends: “Tanja, die haben hier echte Handt├╝cher auf’m Klo!” Herrlich. Ja, das haben sie. Was ich am “Fehrenbach” liebe ist, dass hier auf absolutem Top-Niveau gekocht wird, der Laden aber trotzdem kein bisschen steif ist. Ganz im Gegenteil. Auch heute m├╝ssen wir sagen: Top-Service, Top-Menu!!!

Ich starte also mit dem “Label Rouge Lachstatar mit Buchweizen-Blinis, Gurke und Tapioka”. Ach herrje, wie soll ich das denn beschreiben? Wie das schon aussieht. Ein Gem├Ąlde! Und so wie es aussieht, schmeckt es dann auch. Ich habe den Lachs angestarrt und “Buh!” gerufen und siehe da, er ist zerfallen. Das kleine, butterzarte St├╝ck. Das Tatar auch einfach nur eine Wucht. Julia bekommt die vegetarische Variante: “Gurkenspaghettinis und geschichtete Gurkenmousse mit Buchweizen-Blinis, Zitronenmelissendip und Tapioka”. Und bei Julia k├Ânnen wir es kurz machen. Sie hat bei jedem (!) Gang gesagt: “Wie das aussieht! Wie kann man denn sowas machen? Und wie das schmeckt! Wahnsinn! Tanja, ich habe noch nie sooooo gut gegessen!”

Das war auf jeden Fall ein super Auftakt. Jetzt kommen ja viele Men├╝s mit Jakobsmuscheln um die Ecke und oft denkt man: “Mensch, habt ihr keine Ideen mehr?” Jetzt wei├č ich: Und ob! Die “Jakobsmuschel mit Safranrisotto, Fenchel und gr├╝ner Tomatenmarmelade” ist ein Erlebnis der anderen Art. Wenn die Jakobsmuschel normalerweise in der Bundesliga spielt, spielt diese Variante hier in der Champions League. Ach, unglaublich. Das war echt nicht von diesem Planeten. Julia bekommt “Safranrisotto mit gebackenem Seidentofu, Fenchel und gr├╝ner Tomatenmarmelade”. O-Ton: “Tanja, f├╝r mich hat noch nie jemand Seidentofu gemacht!” Und dann hat sie hinein gebissen, die Augen verdreht und f├╝r die Dauer des Gerichts nicht mehr mit mir gesprochen.

Nicht dass Sie denken: “Ach, die Marschal, die ├╝bertreibt!” Nein. Am Nebentisch sitzt eine Gruppe junger Ladies, die auch die ganze Zeit nur seltsame Genuss-Laute von sich geben, die Augen schlie├čen und gl├╝cklich sind. Was hier in der K├╝che gezaubert wird, ist fantastisch. Gleiches gilt f├╝r den Service. Ach ja, und die Weine! Was f├╝r sch├Âne Tropfen, die hier zum Menu gereicht werden. Das macht einfach nur furchtbar viel Spa├č.

Oft kommt die Frage: “Was hat dir denn am besten geschmeckt?” Bei aller Liebe: Alles hier! Wenn ich mich aber unbedingt festlegen m├╝sste, dann w├Ąre es die folgende “Scharfe Pi├▒a Colada: Kokosnusssorbet und Ananaschip”.

Fand ich extrem geil. Sie essen etwas und haben das Gef├╝hl, einen gro├čartigen Cocktail zu trinken. Palmen und wei├čer Sandstrand inklusive. So, so geil! Das war definitiv ein absoluter Kick, der mich so sehr begeistert hat, dass ich seitdem meine Freunde nerve, weil ich st├Ąndig davon erz├Ąhle. Julia sa├č da nur mit ungl├Ąubigen Augen: “Tanja, wie geht das denn?” Gute Frage…

Sie bekommt nun “Paprika mit Kichererbsen-Schafsk├Ąsef├╝llung mit Gem├╝setortilla und Peperonischaum”. Was auf den ersten Blick vielleicht etwas unspektakul├Ąr klingt, ist auch wieder gro├čes Kino. Wieder ein Gem├Ąlde auf dem Teller und eine strahlende Julia. Bei mir darf es Fleisch sein: “Filet vom Iberico mit Sobrassadatortilla, Curry-Gartenerbsenp├╝ree und Peperonischaum”. Wow. Einfach nur wow. Das Fleisch ist zum Weinen gut. Alles andere auch. Meine G├╝te, ich k├Ânnte mir das Ganze hier echt sparen und Ihnen einfach nur sagen: “Wenn Sie dort nicht essen gehen, verpassen Sie absoluten Hochgenuss mit allen Sinnen!” Aber es gibt ja noch das Dessert. K├Ąse oder Schokolade. Wir pfeiffen uns beides rein. Zun├Ąchst “Brie de Meaux in der Rucolakruste mit Preiselbeersorbet und Haselnusserde”. Ich kann Ihnen nur sagen, dass ich ├╝berhaupt kein K├Ąsefan bin, aber auf diesem Teller ist kein Kr├╝mel ├╝brig geblieben. Und obwohl ich gleich platze, muss auch noch der “Killepitsch-Brownie mit Thymianbaiser, Sorbet und Coulis von der Himbeere” dran glauben. Hammer! Killepitsch ist ja, ich sag mal, recht stark im Geschmack und kann vieles abt├Âten. Hier hat das K├╝chenteam den Dreh raus. Nicht zu stark, nicht zu schwach. Einfach saulecker in Kombi mit der Thymiannote und dieses herrlich erfrischende Sorbet. Da stimmt einfach alles.

Tja, ich muss zugeben: Wie im Vorjahr ist und bleibt das “Fehrenbach” einer meiner absoluten Favoriten. Das Menu, die Weine, der Service, die Atmosph├Ąre, das ganze Team - schwer zu toppen. Der Preis f├╝r das, was Sie dort bekommen, ├╝brigens auch: 59 Euro. F├╝r ein St├╝ckchen Himmel auf Erden.

17. März 2014,

6. Test: ÔÇ×BuvetteÔÇť

Heute ist ein besonderer Abend. Ich gehe n├Ąmlich mit Miriam Lahnstein essen. Bei dieser Tour sind ja auch ein paar D├╝sseldorfer Promis am Start und auf Miriam freue ich mich sehr. Ich bin totaler “Verbotene Liebe”-Junkie, verpasse keine Folge der Vorabendserie, und darin spielt Miriam die sehr, sehr b├Âse Tanja von Lahnstein (herrlich!). Bleibt nur zu hoffen, dass sie privat nicht so b├Âse ist… Wir gehen zusammen ins ÔÇ×Buvette”, ein relativ neues Restaurant in Derendorf. Ich gebe zu, dass ich ein bisschen nerv├Âs bin. Man wei├č ja nicht, ob die Chemie so stimmt und ├╝berhaupt. Aber was soll ich sagen: Es war ein bisschen Liebe auf den ersten Blick. Also meinerseits ;-) Chemie passte und nach zwei Minuten hatte ich das Gef├╝hl, mit einer Freundin dort zu sitzen, die ich lange nicht mehr gesehen habe. Das “Buvette” wirbt mit ehrlicher K├╝che ohne Schnick-Schnack. Und im Endeffekt ist es auch genau das!

Unser Menu beginnt mit einem “Linsensalat mit ger├Ąucherter Entenbrust und Portwein”. Ohne Schn├Ârkel. Ein Linsensalat, der Kindheitserinnerungen weckt. Schmeckt n├Ąmlich mit der leichten Essignote ein bisschen so wie die Linsensuppe meiner Oma. Und die habe ich geliebt :-) Die Ente dazu ist sehr zart und passt super. Jetzt will ich aber wissen, ob die totgeglaubten Hagen und Ludwig von Lahnstein vielleicht doch wieder in der Serie auftauchen. So wie Bobby Ewing damals bei “Dallas” wieder unter der Dusche stand. Aber das ist dann doch leider alles geheim. Ich glaube, ich muss Miriam mehr Wein bestellen!

Als n├Ąchstes erwarten uns “Handgemachte Edelfisch-Ravioloni mit Safranschaum”. Jetzt stehe ich leider gar nicht auf “Fischf├╝llung” in Nudeln. Insofern kann ich da schlecht was zu sagen. Die Ravioloni sind auf jeden Fall sch├Ân. Die Konsistenz stimmt und sie sehen nach “mit Liebe gemacht” aus. Was die F├╝llung angeht, bin ich leider raus. Ist einfach nicht meins. Generell meine ich. - Der Service ist ├╝brigens sehr herzlich und sehr bem├╝ht, jedem Gast einen tollen Abend zu bescheren. Meine G├╝te, wir quatschen so viel, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Gef├╝hlte f├╝nf Minuten sp├Ąter sind wir schon beim Hauptgang. Sie haben die Wahl: Fleisch oder Fisch. F├╝r Miriam werden es “Gebratene Filets vom Bachsaibling mit gr├╝nem Spargel auf Limettensauce”. Der Fisch ist gut, sagt sie. Ich h├Ątte ja schon gerne mal probiert…, aber ich bin eh schon ziemlich satt und gut bedient mit meinem “Kalbstafelspitz aus dem Ofen mit r├Âmischen Nocken”.

Den finde ich super. Das Fleisch ist sch├Ân zart und hat ein tolles Aroma. Die r├Âmischen Nocken h├Ątte ich jetzt nicht gebraucht, weil ich einfach schon viel zu satt bin, aber der Tafelspitz ist wirklich toll. Ich wage nochmals den Versuch herauszufinden, wie es in der “Verbotenen Liebe” weitergeht, aber da ist wohl nix zu machen ;-)

Stattdessen die Frage: K├Ąse oder Schokolade? Wir nehmen beide die “Warme Tarte au Chocolat”. Ein Klassiker mit leicht fl├╝ssigem Schokokern. Passt immer. Ein Dessert ohne Schnick-Schnack, wie es das “Buvette” auch sein will. Was bleibt von diesem Abend? Man kann das “Buvette” jetzt sicherlich nicht mit einem “N├Âthel’s” oder “Fehrenbach” vergleichen - das w├Ąre totaler Quatsch - aber f├╝r die Derendorfer ist es sicherlich eine Bereicherung in der Nachbarschaft. F├╝r 32,60 Euro gibt es ein ehrliches Menu in toller Atmosph├Ąre und mit sehr herzlichem Service. F├╝r mich war es sowieso ein verdammt sch├Âner Abend, weil ich Miriam Lahnstein kennengelernt habe. Selten mit jemandem, den ich nicht kannte, so viele Stunden verbracht, um am Ende mit dem Gef├╝hl raus zu gehen: Das waren gerade mal f├╝nf Minuten. Toll.

17. März 2014,